Deutschland goes viral

Deutsche Filmemacher lernen von Batman: Am 11. September berichtete die dpa wohl von einem Selbstmordattentat in einer U.S. amerikanischen Stadt namens Bluewater. Es stellt sich heraus, dass die Macher des deutschen Films "Shortcut to Hollywood" das ganze nur sehr geschickt geplant haben um ihren neuen Film zu promoten. Dazu wurde eine Internetpräsenz für eine ganze fiktive kalifornische Stadt inklusive Fernsehsender eingerichtet. Auf letzterer ist der ganze "Hoax" inzwischen auch sehr schön dokumentiert, das erste Video ist sogar eine Filmszene, die sich auf das Attentat bezieht (beziehungsweise andersherum).

Ich habe den Film vor einem guten halben Jahr in einer (sehr frühen) Sneak Preview gesehen, und er eignet sich wirklich sehr gut für derartige Viralmarketingmethoden, denn er beschäftigt sich auf sehr bissige Weise mit der Hysterie und Sensationsgeilheit der Medien und des amerikanischen Fernsehens im Besonderen, und auch mit der Heuchelei des "Amerikanischen Traums". Im Film, einer Kreuzung aus Buddymovie, Roadmovie und Mockumentary, reisen drei erfolglose Deutsche Musiker durch die USA, um mit allen Mitteln berühmt zu werden.

In den Berichten über den Hoax bei BoingBoing und in einem angehängten Video ist die Rede von der fiktiven Band "Berlin Boys", die den Anschlag verübt haben soll, im Film sind es die "Baghdad Boys", was die amerikanischen Medien natürlich sehr viel tiefer trifft. Ich glaube, das Video der Berlin Boys könnte sogar echt sein, und nichts mit der eigentlichen Aktion zu tun haben, was wirklich die viel tragikomischere der beiden Geschichten wäre. Update: Aber sie sind wohl auch Teil der Aktion, siehe die Berichterstattung vom Bildblog: 1, 2 und 3.

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